Category Archives: Urteil des Monats

Dauernde Verstöße gegen die Hausordnung – Überwachungskamera gerechtfertigt?

    Das Anbringen einer Videokamera ist ein “Dauerbrenner“ vor Deutschlands Zivilgerichten, insbesondere im Bereich des Miet- und Wohnungseigentumsrechts. Der Grund ist naheliegend: Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen wegen Störungen und Sachbeschädigungen, deren Verursacher nicht ermittelt werden können. So auch in einem Verfahren, das vor dem Landgericht München verhandelt wurde: In der Wohnanlage lebten 70 Mietparteien.

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    Kündigung fristgerecht eingeworfen – und trotzdem zu spät?

      – Urteil des Landgerichts Krefeld vom 21.9.2022 –   Nach 22:00 Uhr in Briefkasten eingeworfene Kündigung geht erst am nächsten Tag zu Ein Mieter und sein Vermieter stritten sich über den Zeitpunkt des Zugangs einer Kündigung. Anfang Februar 2020 hatte der Mieter am 3. Werktag um 22:30 Uhr seine Kündigung des Mietverhältnisses in den Briefkasten

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      Besichtigung der Mietwohnung verweigert – Kündigung gerechtfertigt?

        Kann die Weigerung eines Mieters, dem Vermieter zur Besichtigung der Mietwohnung Eintritt zu gewähren, eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen? Dem Amtsgericht München lag im August 2021 ein solcher Fall zur Entscheidung vor.   Wie war der Sachverhalt? Ein Vermieter beabsichtigte als Eigentümer der Mietwohnung diese zu verkaufen. Als sich dann Interessenten meldeten, verweigerte sein Mieter die

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        Mitmieter anschwärzen und untertauchen – geht das?

          Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22.2.2022 Einen anderen Mieters anonym beim Vermieter anzeigen, wenn der Verdacht besteht, dass er ein Verstoß gegen die Gemeinschaftsregeln begeht? Es wäre eine praktische Art und Weise sich aus einer direkten Konfrontation herauszuhalten. Was aber, wenn der angeschwärzte Mitmieter wissen will, wer ihn angezeigt hat? Ein solcher Fall lag dem Bundesgerichtshof

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          Messie in der Wohnung – darf der Vermieter fristlos kündigen?

            Entscheidung des Landgerichts Nürnberg Fürth vom 23.2.2017 Staubwischen, Feudeln, Bad schrubben, regelmäßig lüften – ein Haushalt macht jede Menge Arbeit. Nicht jeder Mieter kommt der Wohnungspflege im gleichen Maß nach. Aber müssen Vermieter verdreckte und schlecht geheizte Räume in der Mietwohnung hinnehmen? Ein solcher Fall lag den Richtern des Landgerichts Nürnberg-Fürth vor. Der betroffene Mieter

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            „Rote Karte“ wenn der Vermieter als „asozial“ bezeichnet wird?

              Urteil des Amtsgerichts Wedding vom 18.2.2022 Wann rechtfertigt die negative Äußerung eines Mieters über seinen Vermieter eine Kündigung? Darf ein Mieter das Verhalten seines Vermieters kritisieren und es sogar als „asozial“ bezeichnen? Das stellte das Amtsgericht Wedding im Februar 2022 einmal mehr klar.   Das war der Sachverhalt Im vom Amtsgericht Wedding entschiedenen Rechtsstreit hatte

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              Nicht belehrt über Widerrufsrecht – Vermieter muss über 10000€ zurückzahlen

                Urteil des Landgerichts Berlin vom 21.10.2020 Oft konkurrieren hunderte Bewerber um eine angebotene Mietwohnung. Die angespannte Wohnraumsituation und die Covid-19-Pandemie haben dazu beigetragen, dass Mietverträge in der Praxis immer häufiger online oder per Postweg und auch ohne vorherige Wohnungsbesichtigung abgeschlossen werden. Das ist auf den ersten Blick praktisch, spart Zeit und auch Geld. Nur haben

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                Wohnungsabnahme: Laminat und Teppichboden beschädigt – Muss Mieter zahlen?

                  Der Auszug aus einer Mietwohnung hält für den Vermieter oftmals böse Überraschungen bereit. Der Zustand von Laminat, Parkett oder Teppichboden war bei Einzug einwandfrei, bei Auszug sind die Bodenbeläge oft stark in Anspruch genommen oder sogar beschädigt. Der Mieter möchte seine Kaution sehen, der Vermieter will über den vorgefundenen Zustand reden. Klappt das nicht, ist Streit vorprogrammiert.

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                  Berufsausübung in der Wohnung – was müssen Vermieter hinnehmen?

                    Urteil des Amtsgerichts Bonn vom 25.1.2018 (Az.27 C 111/17) Wer als Vermieter vornehmlich an Berufstätige vermieten will und damit auch eine tagsüber andauernde Abwesenheit des Mieters verbindet, ist sich inzwischen nicht mehr sicher, ob das wirklich so ist oder so bleibt. Schon vor der seit der COVID-19 geschuldeten Verbreitung der Arbeit im Homeoffice arbeitete ein

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